Es wird wärmer, summende Insekten sind zu hören und die Vögel fangen an zu zwitschern. Endlich ist der langersehnte Frühling da. Wenn zu dieser Zeit die Natur wieder mit voller Kraft erwacht, gibt es viel zu erleben. Hier findet ihr Tipps, welche Tiere ihr jetzt beobachten könnt und auch welche Wildpflanzen es zu entdecken gibt.
Im Frühling kann man die Natur nicht nur anschauen, sondern auch aktiv erleben. Die Kindergruppe der Naturschutzjugend, die NABU Magdeburg und das Haus der Flüsse in Havelberg laden zum Entdecken, Basteln und Zählen ein.
Eichhörnchen im Fokus
Flink und geschickt springen sie von Ast zu Ast, wirbeln um Baumstämme herum und beobachten neugierig, was um sie herum passiert. Mit ihrem buschigen Schwanz, den Pinselohren und den großen Augen begeistern sie Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Beim bundesweiten NAJU-Wettbewerb „Erlebter Frühling“ dreht sich in diesem Jahr alles um den lebhaften Baumbewohner. Die Kinder beobachten und erforschen ihn in der Natur und halten ihre Entdeckungen kreativ fest. Dies kann ein Forschungsbuch, eine Collage, eine Geschichte, ein kleines Theaterstuck oder eine Foto-Dokumentation sein. Wer beim Wettbewerb mitmachen möchte, sendet seine Kreation ein. Teilnehmen können alle Kinder bis 13 Jahre, allein, als Team, mit der KiTa oder Schulklasse.
Wann: 1.3.-17.5., Information: Upload der Beiträge bis 31.5., Alle Infos für die Teilnahme auf www.naju.de/fur-kinder/erlebter-fruhling/
Der Wald und seine Bewohner
Das Haus der Flüsse veranstaltet eine Wanderung für Familien mit Kindern ab fünf Jahren. Auf der kurzweiligen Tour können die Kinder die Waldbewohner entdecken und kleine Aufgaben lösen.
Wann: 25.4., 14-16 Uhr, Ort/Start: Ehemaliges „Gasthaus Mühlenholz“, Elbstraße 7, 39539 Havelberg, Information: Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung im Haus der Flüsse, Biosphärenreservat Mittelelbe per Tel. 039387/609976, www.haus-der-fluesse.de
1, 2, 3 … viele
Von September bis April kartieren Ehrenamtliche regelmäßig Wasservögel in und um Magdeburg, Wer Pfeifente, Gänsesäger und Singschwan kennenlernen und mal aus nächster Nähe erleben möchte, kann die erfahrenen Ornithologen bei der Wasservogelzählung unterstützen.
Wann: 13.-14.3. u. 10.-11.4., Wo: Neustädter See, Jersleber See, Kiesabbau Jersleben und Lostau, Information: www.nabu-magdeburg.de
Im Land der tausend Gräben
Das Biosphärenreservat Drömling zwischen Börde und Altmark führt in eine besondere Landschaft und die Heimat vieler Tiere.
Wasser überall: Gräben, Bäche, Kanäle, aber auch Wiesen, Moore und kleine Wälder. Diese Mischung schafft ein einzigartiges Mosaik an Lebensräumen. Für Kinder ist der Drömling wie ein riesiges Tier-Bilderbuch, das lebendig geworden ist: Der Weißstorch baut nirgendwo sonst in der Region so viele Storchennester. Auch der Seeadler kreist hier oft am Himmel, und in den Gewässern lebt der seltene Fisch „Schlammpeitzger“, der sogar über seine Haut atmen kann.
Besonders im Frühjahr und Herbst rasten tausende Kraniche und Gänse im Drömling und die heimlichen Stars des Wassers sind Fischotter und Biber. Während man den Biber oft an seinen angenagten Baumstämmen erkennt, saust der flinke Fischotter fast unsichtbar durch die Gräben.
Ein besonderes Erlebnis ist der Fischotter-Erlebnispfad mit seinen interaktiven Stationen. Ein guter Einstieg für die Erkundungstour ist das Informationszentrum „Haus Drömling“.
Biosphärenreservat Drömling, Informationszentrum in Kämkerhorst, geöffnet: 1.4.-14.10., Mo-Fr 10-16 Uhr, Sa/So/Feiertag 10-18 Uhr, Tel. 039002/8500, www.biosphaerenreservat-droemling.de
Die Störche sind wieder da!
Im Frühjahr kehren die langbeinigen Rotschnäbel zu uns zurück, kreisen über den Dächern und klappern mit ihren Schnäbeln.
Für den Storch ist die längere Tagesdauer der Hauptgrund, um zur Brut zu uns zu kommen. Während in seinem Winterquartier am Äquator Tag und Nacht das ganze Jahr über ähnlich lang sind, hat er bei uns im Sommer bis zu 16 Stunden Zeit, Futter zu suchen.
Im Storchenhof in Loburg werden seit über 45 Jahren verletzte und verwaiste Großvögel gepflegt, natürlich vor allem Weißstörche, aber auch Greifvögel, Kraniche, Reiher, und andere gefiederte Patienten. Im Storchenhof werden die Tiere wieder fit gemacht um sie anschließend auszuwildern.
Der Hof ist ganzjährig für kleine und große Naturliebhaber geöffnet. Besonders familienfreundlich sind das kinderwagentaugliche Gelände und ein kleiner Spielplatz. Bei einer spannenden Führung erfahrt ihr alles, was ihr über Störche und andere Vögel wissen wollt, könnt Fragen stellen und die Tauben des Hofs füttern oder auch mal ein Huhn streicheln. Eintritt zahlen Gäste nicht, der Storchenhof freut sich aber über eine Spende, wenn euch der Besuch gefallen hat.
Storchenhof Loburg, täglich 10-17 Uhr, Chausseestraße 18, 39279 Loburg, Tel. 039245/2516, www.storchenhof-loburg.de
Wusstet ihr? Storchenkinder haben richtig Appetit: Bis zu einem Kilogramm Regenwürmer, Mäuse, Frösche, Insekten und anderes Kleingetier pro Tag kann ein Küken verdrücken. Mama und Papa Storch sind dann im Dauereinsatz.
Tipp: Von Ende Mai bis Mitte Juni werden auf dem Hof Storchenküken aufgezogen und ihr könnt alle drei Stunden bei der Fütterung zuschauen.
Vor-Ort-Challenge: Zählt drei Dinge auf, die Störche zum Nestbau brauchen.
Auf Spurensuche im Stadtpark
Auf der Elbinsel im Stadtpark Rotehorn lebt ziemlich scheu der Elbebiber. Aber seine Spuren sind wie eine Schatzkarte für kleine Natur-Detektive.
Um einen Biber einmal in freier Natur sehen zu können, braucht man etwas Glück. Das Tier ist nachtaktiv und auch ein bisschen scheu. Mit seinen hervorstehenden, großen Schneidezähnen und seinem breiten, flachen Schwanz wirkt der Biber fast schon ein bisschen ulkig. An den Uferrändern der Elbe ist der Unterschlupf – eine Burg aus Holz – von Meister Bockert, wie er auch im Volksmund genannt wird, gut zu finden. Am frühen Morgen oder zur Dämmerung und am besten mit einem Fernglas ausgestattet, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, den fleißigen Nager in freier Wildbahn zu beobachten. Und wenn nur ein leises „Platsch!“ zu hören ist, zählt das schon als Biber-Moment.
Biberspuren entdecken
Sanduhren-Biss: Am Stamm sieh man helle, sanduhrförmige Nagespuren – als hätte jemand mit einem riesigen Bleistift geschnitzt.
Bleistift-Bäume: Sie sind rundherum angenagt, manchmal schon gefällt.
Rutschen und Ausstiege: Glatte, schlammige Bahnen am Ufer – hier rutscht der Biber ins Wasser.
Bauholz: Abgeschnittene Zweige am Ufer - Material für Wohnung oder Damm
Mitmachen. Im Elbauenpark können Kinder mit dem Parkförster dem Biber auf die Spur kommen. Mit matschfester Kleidung und Schuhen können sie auch selbst eine Flusslandschaft bauen sowie Biberburgen und Staudämme errichten. Wann: Ferien, Termine auf www.elbauenpark.de
Ort: Elbauenpark, Biberwiese am Jahrtausendturm
Magdeburgs Urwald
Nur ein paar Minuten südöstlich von Magdeburg beginnt eine andere Welt: Die Rede ist vom naturnahen Auenwaldkomplex Kreuzhorst in der mittleren Elbniederung, der durch alte Elbarme, feuchte Wiesen, Altwasser, dichte Wälder und schmale Pfade geprägt ist. Dieser bietet Lebensraum für eine beeindruckende Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Hier darf Totholz liegen bleiben und Altwasser verlanden. Genau das macht den Reiz und die Artenvielfalt dieses Biotops aus. Zahlreiche Säugetierarten, viele Brutvögel, Amphibien, Reptilien und unzählige Insekten - einschließlich seltener oder gefährdeter Arten wie dem Elbebiber oder dem Schreiadler – haben hier ihren Lebensraum. Alte Waldbestände mit Stieleiche, Esche, Berg- und Spitzahorn wechseln sich mit feuchten Auwiesen und Verlandungszonen ab.
Die abwechslungsreichen Landschaftsteile laden dazu ein, mit offenen Augen unterwegs zu sein, die Pflanzen- und Tierwelt zu beobachten und den Klang des Waldes oder das Rauschen des alten Elbarms zu erleben. Am besten lässt sich die Kreuzhorst auf eigene Faust erkunden, indem man bequeme Schuhe, wettergerechte Kleidung und ein Fernglas mitnimmt. Spaziergänge auf den vorhandenen Pfaden, kleine „Entdecker-Aufgaben“ für Kinder, z. B. Tiere beobachten, Pflanzen sammeln oder Geräusche erkennen, machen den Ausflug zu einem Abenteuer. Besonders lohnend sind ruhige Morgen- oder Spätnachmittagsstunden, wenn viele Tiere aktiv sind und die Natur mit Leben erfüllt ist.
3 kurze Runden
- Deich-/Elberadweg-Abschnitt: ideal zum „Naturgucken“ zwischendurch
- Mönchsgraben-Abstecher: Wasser, Schilf, Vogelstimmen, prima für Beobachtungen mit einem Fernglas
- Mini-Runde am Waldrand: 20-30 Minuten „Urwald-Luft schnuppern“ + Picknickpause
Tipp: Apps wie Komoot und Outdooractive enthalten empfehlenswerte Wandertouren durch die Kreuzhorst.



